33. Sigmarzeit 2512

Inzwischen dämmerte es bereits, doch bevor wir zurück nach Griessenwald gingen, wollte Ineluki noch einen Abstecher in die Höhle machen. Tyr und ich warteten draussen, während Ineluki vorsichtig über die Lore ins Innere ging.

Nach einiger Zeit hörten wir ein Rumpeln und Krachen, daß uns Angst und Bange wurde. Ineluki wird doch hoffentlich nichts passiert sein?
Tyr wollte gerade nachsehen, da kam uns aber schon Ineluki keuchend und hustend in einer großen Staubwolke entgegen. Sie ist wohl gerade noch mal davongekommen!
Wir beschlossen, keine weiteren Risiken mehr einzugehen und die Höhle in Ruhe zu lassen. Sollen doch die Zwerge einen Blick hineinwerfen!
Dann gingen wir zurück in Richtung Griessenwald.

Kurz vor der Ortschaft blieben wir stehen und Tyr stattete dem Zwergendorf nochmals einen Besuch ab. Er blieb recht lange weg - so machten wir es uns auf dem Waldboden bequem und unterhielten uns etwas.
Schließlich kam er mit gerötetem Gesicht und einem in einem Öltuch gewickelten Gegenstand zurück. Ohne etwas zu sagen gingen wir weiter nach Griessenwald.

Dort war unser erstes Ziel der Hauptmann der Stadtwache. Schließlich musste er erfahren, daß nun endgültig feststand, wer die Überfälle tatsächlich verübte. Wir erzählten ihm auch von den Goblins in Etelkas Haus, den beiden toten Bauern und der toten Halblingsdame.
Er schickte daraufhin sofort einen Trupp gut ausgerüsteter Wachen in das Gebiet, damit sie unsere Erzählungen verifizieren konnten.
Schließlich fragten wir ihn, wann er denn zuletzt Etelka oder die Halblingsdame gesehen habe. Genaues wusste er leider nicht - nur daß Etelka schon seit etwa einem halben Jahr nicht mehr in der Stadt war und ihre Köchin - die Halblingsdame - regelmäßig zum Einkauf herunterkam. Er selbst habe sie jedoch auch seit ungefähr einem Monat nicht mehr gesehen.
Daraufhin verabschiedeten wir uns und gingen schnurstracks in die nächste Kneipe. Schließlich war inzwischen schon Mittag und uns hing allen der Magen in den Kniekehlen.

Nachdem wir alle bestellt hatten, erzählte uns Tyr von seinen Erlebnissen bei den Zwergen:
Kaum, daß er das Lager betreten hatte, lief ihm ausgerechnet der Zwerg über den Weg, dem ich damals das Leben rettete. Sein Name war Durak Dimhold und er bekleidete die Position des Prospektors in der Siedlung. Er wusste scheinbar eine ganze Menge über die Mine und die Vorkommnisse mit Etelka und es schien so, als würde er auch nicht immer die Meinung seines Clanoberen teilen. Aber die Ehre der Zwerge gebot es, sich auch anderen Meinungen unterzuordnen.
Je näher Tyr und Durak dem Haus von Gorin kamen, umso schweigsamer wurde Durak. Schließlich sagte er gar nichts mehr, sondern überreichte Tyr für seine Errettung eine große, sehr gute, in einem Öltuch gewickelte Axt - eben jene, mit der Tyr wieder aus dem Dorf herauskam.
Immerhin erfuhr Tyr von Durak, daß es sich bei der Mine um eine Kohle- und nicht um eine Goldmine handelte - und dies, zumindest für Durak, von Anfang an klar war. Ebenso meine Durak, daß er persönlich bei Etelka nichts gespürt habe, was sie mit dem Chaos in Verbindung brachte.

Kurz darauf waren sie bei Gorin und Tyr erzählte von der Mine, den Goblins und unseren Erlebnissen in Etelkas Haus. Gorin schickte noch während der Erzählung sofort ein paar Zwerge zur Untersuchung in die Mine.
Schließlich verabschiedeten sie sich und Tyr ging zurück. Warum er allerdings mit einer roten Backe zurückkehrte, sagte er nicht - es wird wohl nicht so wichtig gewesen sein.

Nach dem Essen gingen wir über den Markt auf unser Schiff und brachten zunächst unser Gold in die Truhe. Dann besuchten wir den Markt auf's Neue.
Dort erfuhren wir, daß die Hobbit-Dame das letzte Mal vor wenigen Tagen gesehen wurde. Dies wurde uns auf mehreren Ständen bestätigt, half uns aber so recht auch nicht weiter. Wir kauften noch etwas Proviant ein und kehrten zurück auf die Morgenes, um alles einzulagern. Dann besuchte Tyr das örtliche Rotlichtviertel, während Ineluki und ich zum Hauptmann der Stadtwache gingen und uns verabschiedeten.
Dabei erfuhren wir, daß wohl alle Probleme immer noch nicht beseitigt waren. Schließlich beanspruchten sie Etelkas Haus und die Mine für das Imperium, während die Zwerge die Mine als ihr Eigentum ansahen. Aber der Hauptmann erklärte uns, daß er hier wohl eine pragmatische Lösung anstrebe, indem er das Haus besetze, die Mine aber vorläufig den Zwergen überlasse - wohl wissend, daß es eigentlich Eigentum des Imperiums ist.

Hiernach kehrten wir zurück auf unser Schiff, warteten auf Tyr - der auch alsbald kam - und segelten los.
Ineluki mußte ganze Arbeit leisten, denn es ging nur ein laues Lüftchen. So kreuzte sie was das Zeug hielt - ich unterstützte sie, soweit ich konnte - und ankerte am Abend schweißgebadet in der Mitte des Flußes.
Tyr reinigte unterdessen sein gesamtes Waffenarsenal und seine Rüstungen.

Nach dem Abendessen erklärte Ineluki, daß sie die ganze Nacht Wache halten könne, und so legten Tyr und ich uns gleich in unsere Kabinen.