32. Sigmarzeit 2512

Am Morgen erzählte uns Ineluki, daß in der Nacht ein weiterer Hof abgebrannt wurde. Sie hatte einen Fackelschein unweit des Schwarzgebirges gesehen.
Wir beschlossen, gleich nach dem Frühstück den Hof aufzusuchen. Vielleicht würden wir ja Beweise in der einen oder anderen Richtung finden.

Gesagt, getan.
Kaum hatten wir gegessen, verließen wir das Schiff und gingen durch die Stadt zum Stadttor. In der Stadt hatte inzwischen die Stimmung deutlich umgeschlagen. Die Zwerge wurden offen als Mörder tituliert und als Schuldige an den Pranger gestellt.
Unterwegs erfuhren wir auch, wo genau denn der abgebrannte Hof lag.

Schließlich erreichten wir das Stadttor und erfuhren von der Wache, daß bis auf weiters erst mal keine Zwerge in die Stadt gelassen würden - das war sicher keine schlechte Idee bei der Stimmung in der Stadt!
Dann fragten wir um Auslaß, der uns - auf eigene Gefahr, wie die Wachhabenden betonten - auch gewährt wurde.

Hinter uns wurden die Stadttore gleich wieder verschlossen und wir folgten dem Weg in Richtung der Berge.
Kurz hinter der Stadt lag die Siedlung der Zwerge - ärmlich und heruntergekommen. Aber jetzt wollten wir erst mal den Hof besichtigen; hier konnten wir danach immer noch Halt machen.

Der Weg führte uns anfangs durch den Wald, der ungewöhnlich ruhig war - kaum ein Vogel war zu hören, als ob auch die Natur bei diesem schrecklichen Überfall schweigsam trauerte.
Später kamen wir vorbei an Wiesen und Feldern, doch auch hier war kein Laut zu vernehmen. Dann bemerkten wir auch schon den Hof. Er war tatsächlich bis auf die Grundmauern heruntergebrannt. Es würde schwer fallen, hier noch etwas zu finden.

Wir teilten uns auf und suchten sorgfältig nach Spuren, die irgend einen Aufschluß darüber geben könnten, wer denn diese Untat zu verantworten hatte.
Lange durchsuchten wir den Hof und die Überreste seiner Gebäude und fast schien es, daß auch wir nichts finden würden. Doch dann bemerkte einer von uns plötzlich die Fußabdrücke eines Goblins!

Das war es also! Goblins! Die Zwerge wurden also völlig zu unrecht verdächtigt.
Wir suchten weiter und schon bald bemerkten wir auch ein verkohltes Goblinschwert. Tyr nahm es an sich - wir würden es später als Beweis vorlegen. Vielleicht könnte das ja die Spannungen zwischen den Zwergen und den Städtern etwas mildern. Kurz darauf fand auch Tyr noch den Fußabdruck eies Wolfes - scheinbar waren also auch Wolfsreiter mit im Spiel.

Gerade wollten wir gehen, da fiel Tyr am Himmel in Richtung des Schwarzgebirges ein Schwarm Vögel auf, die unablässig kreisten. Unsere Neugierde war geweckt. Also machten wir uns auf den Weg zu dieser Stelle - und näherten uns damit unweigerlich Etelkas Haus!

Nach kurzem Marsch kamen wir auf eine Lichtung, in der ein Zwerg mit drei Pfeilen in der Brust am Baum lehnte. Vor ihm lagen vier tote Golblins. Ich lief zu ihm und er sprach schnell und abgehackt, er wäre Turak und in der Mine gäbe es noch mehr Goblins. Dann veließ in sein Bewußtsein.
Sofort verband ich ihn und stoppte seine Blutungen. Das Schlimmste hatte er überstanden - in ein paar Stunden würde er wieder zu sich kommen.

Dann blickten wir kurz zur Mine und zum Haus Etelkas. Es war an der höchsten Stelle erbaut, so daß sie über das gesamte umliegende Land einen guten Überblcik haben müsste. Wir hofften nur, daß sie nicht gerade jetzt aus ihrem Turm herausschauen und uns erblicken würde.
Tyr schulterte den Zwergen und wir gingen zurück zur Siedlung der Zwerge.

Schon vor der Siedlung kamen uns einige Zwerge entgegen und stellten uns in den Weg. Wir sagten ihnen, daß wir mit ihrem Anführer sprechen wollten, da wir Beweise hätten, die ihre Unschuld bezeugen würden. Außerdem hatten wir Turak blutend gefunden und ihm geholfen.
Sie nahmen ihn Tyr ab, blieben aber weiter stur und unfreundlich. Wir erfuhren lediglich, daß sie ihre Siedlung "Kazid Slumbol" oder so ähnlich nannten. Wir diskutierten weiter und nach längerer Zeit ließen sie schließlich Tyr zu Gorin vor. Wir blieben am Weg, mehr oder minder bewacht von einigen Zwergen.
Nach etwas 30 Minuten kam Tyr mit einem Plan der Mine zurück und wir gingen zurück zur Stadt.

Dort angekommen, suchten wir sofort den Hauptmann der Stadtwache auf. Wir legtem ihm das Schwert auf den Tisch und erzählten ihm, was wir bei der Durchsuchung der Ruine gefunden hatten.
Er bedankte sich für die Hilfe, erklärte aber, daß er keine Leute für den Schutz der Höfe außerhalb der Stadt hätte. Zudem wolle er dennoch zunächst keine Zwerge mehr in die Stadt lassen, denn die Stimmung würde sich trotz dieser Beweise nicht so schnell wieder normalisieren.
Schließlich klärte er uns noch darüber auf, daß die Überfälle erst seit ungefähr zwei Wochen stattfänden. Daß sie bereits ein halbes Jahr überfallen würden, sei jedenfalls das Hirngespinst eines Bauern. Wir sollten es nicht so ernst nehmen.
Dann verabschiedete er uns und wir gingen zurück auf die Morgenes.

Dort beratschlagten wir, wie denn nun weiter vorzugehen sei. Wir brauchten dieses Mal nicht sehr lange, denn wir waren eigentlich alle einer Meinung: wir mußten in die Mine - an das Haus Etelkas wagten wir uns noch nicht heran.
Tyr packte schnell das wichtigste zusammen: Pechfackeln, etwas Proviant und Seile. Dann machten wir uns auf den Weg.

Die Wache am Stadttor warnte uns zwar nochmals, doch wir gingen hinaus.
Am heruntergebrannten Hof bediente sich Ineluki noch an den Knochen einiger Goblins - Magier bleiben mir einfach ein Rätsel! - dann gingen wir den Weg außen an den Schwarzbergen vorbei, um möglichst geschützt zur Mine zu gelangen.
Nach ungefähr drei Kilometer erreichten wir einen der noch bewohnten Höfe. Zu sehen war allerdings niemand, er war vollständig verschlossen.
Später folgten auf unserem Wege noch zwei weitere Höfe, die jedoch beide bereits vollständig verbrannt waren. Wir durchsuchten auch diese noch kurz, doch hier war nichts mehr zu sehen.

Schließlich kamen wir in die Nähe der Mine.
Vor der Mine war zwar nur Wiese, aber glücklicherweise war das Gelände recht hügelig, so daß wir uns recht gut verbergen konnten. Vor der Mine bemerkten wir einen Goblin, der scheinbar den Eingang bewachte. Dann hörten wir ein merkwürdiges Geräusch, so als ob jemand in ein Horn blasen würde. Kurz darauf sah Tyr, wie acht Wölfe in den Eingang der Mine huschten.
Langsam wurde mir mulmig zumute, irgend etwas schien hier nicht zu stimmen.

Mein Gefühl täuschte mich nicht, denn es dauerte nicht lange, da erschienen plötzlich 15 Wolfsreiter am Eingang der Höhle. Sie waren komplett ausgerüstet und bauten sich in einer Reihe auf. Dann hörten wir wieder dieses Geräusch und jetzt war ich ziemlich sicher, daß der Goblin am Eingang in ein Horn blies.
Doch dann stockte uns der Atem: er zeigte ganz eindeutig in unsere Richtung!

Jetzt steckten wir richtig in der Klemme, denn die Wolfsreiter liefen los.
Wir hatten keine Wahl - so schnell wir konnten rannten wir zum letzten heruntergebrannten Hof und erreichten gerade noch die Mauerreste des Haupthauses bevor auch die Wolfsreiter eintrafen.
Sie waren alle mit Kurzbögen ausgerüstet, also blieben wir erst mal tief gebückt unterhalb des Mauerrestes. So konnten sie uns zumindest mit ihren Bögen erst mal nichts anhaben. Lange würden wir diese Position jedenfalls nicht halten können - ich sah unser letztes Stündlein soeben beginnen!

Auf einmal steht Ineluki auf und schleudert den Reitern eine Art Kugel entgegen - ein Feuerball! Unglaublich, ich hatte bisher nur in Geschichten davon gehört. Magier sind schon ein sehr rätselhaftes Völkchen.
Doch wärend der Feuerball drei der Reiter traf, bot sie allerdings für die restlichen ein gutes Ziel, daß sich keiner nehmen ließ. Und so flog uns plötzlich ein heftiger Pfeilhagen entgegen. Ineluki ließ sich sofort wieder fallen, leicht getroffen von vier Pfeilen.
Ich verabreichte ihr sofort ein wirksames Kraut und sie erholte sich wieder ein wenig. Aber ihr Angriff hat Wirkung gezeigt, die drei getroffenen Reiter zogen von dannen. Doch auch 12 Wolfsreiter bedeuteten immer noch ein Verhältnis von vier zu eins. Viel Hoffnung machte ich mir da nicht ...

Denn jetzt änderten sie ihre Taktik. Ein Teil von ihnen ging in den Nahkampf über, während die restlichen Wolfsreiter uns umkreisten und versuchten, uns mit Hilfe ihrer Kurzbögen den Garaus zu machen.
Doch wir kämpften mit dem Mute der Verzweiflung. Als wir merkten, daß sie auf uns zu ritten, reagierten wir blitzschnell. Ich warf meinem Widersacher ein Messer entgegen, daß seine Beinschlagader durchtrennte und ihn sofort tötete. Ineluki reagierte ebenso erfolgreich und schickte zwei weitere Wolfsreiter mit einem gezielten Feuerball in die ewigen Jagdgründe.
Aber auch Tyr gab seinen Gegnern keine Chance. Mit zwei wuchtigen Schlägen spaltete er erst dem einen den Schädel, um dann dem zweiten die obere von der unteren Körperhälfte zu trennen.

Mit solch heftigem Widerstand hatten sie wohl nicht gerechnet, denn plötzlich klang wieder das Horn und die Wolfreiter setzten zur Flucht an. Wutentbrannt schleuderte Ineluki den Davonreitenden noch einen Feuerball entgegen und verkohlte damit noch einen von ihnen!

Wir hatten überlebt! Es klang wie ein Wunder, aber die Götter müssen ihre schützenden Hände ganz dicht über uns gehalten haben. Nie hätte ich geglaubt, hier lebend heraus zu kommen!

Nachdem der Schreck überstanden war, holte ich mein Messer zurück und wir traten den Heimweg nach Grissenwald an. Unterwegs wusch sich Tyr noch im Fluß, da er über und über mit Blut besudelt war.
In der Stadt angekommen gingen wir schnurstracks auf die Morgenes um uns zu beraten. Schließlich galt es den heutigen abend vorzubereiten und einen erneuten Versuch zu machen, in die Mine zu gelangen.

Nach kurzer Diskussion entschlossen wir uns, den gleichen Weg im Schutze der Dunkelheit nochmals zu versuchen. Dann legten sich Ineluki und Tyr für drei Stunden hin, um für einen eventuell bevorstehenden Kampf bei Kräften zu sein. Ich hielt in der Zwischenzeit Wache an Deck.
Am Abend bereitete Tyr ein kräftiges Abendessen (nicht ohne dabei auch die Meeresbewohner zu vergessen) und wir gingen los.

Der erste, noch bewohnte Bauernhof war vollständig verrammelt und versperrt. Lediglich aus einem der oberen Fenster drang ein kleines Licht. Ineluki rief nach den Bewohnern, doch nichts rührte sich.
Plötzlich schossen mehrere Pfeile in unsere Richtung und wir rannten zum Waldrand, um Deckung hinter den Bäumen zu finden. Scheinbar hielten uns die Leute für Zwerge oder Goblins. Es wurde Zeit, daß wir hier verschwanden.
Leider war Ineluki getroffen und so kümmerte ich mich erst um sie, wobei mir auf dem Weg zu ihr noch zwei weitere Pfeile entgegen kamen - die allerdings ihr Ziel verfehlten. Sie war nur leicht getroffen und konnte daher mit einem Verband und einer wohltuenden Salbe gleich wieder weitergehen.

Diese Erfahrung lehrte uns jedenfalls, daß wir uns besser tarnen mussten. Wir krochen also noch etwas tiefer in den Wald und bedeckten unser Gesicht und unseren Hals mit Laub und Erde. Tyr tat dies zusätzlich noch mit seiner glänzenden Rüstung - wenn auch sehr widerwillig.
Dann setzten wir unseren Weg fort und kamen bis etwa einen Kilometer vor die Mine. Von dort robbten wir uns leise und vorsichtig von Hügel zu Hügel, bis wir schließlich nur noch 100 Meter von der Mine entfernt waren.

Der Eingang war beleuchtet, aber es stand niemand davor. Daß die Mine dennoch nicht leer war und ihrer Bewohner einen sehr leichten Schlaf hatten, merkten wir, als einer von uns auf einen Ast trat und dabei ein knackendes Geräusch verursachte.
Sofort kam ein Wolf heraus und lugte in unsere Richtung. Wir blieben jedoch flach auf dem Boden liegen und nach kurzer Zeit kehrte der Wolf zurück in die Mine - die Gefahr war für's erste gebannt.

Schließlich schlichen sich Ineluki und ich jeweils rechts und links neben den Eingang und blieben regungslos stehen. Tyr wollte auf den Eingang der Mine gehen, tritt jedoch unterwegs auf einen Ast und wirft sich sofort zu Boden.
Wieder kam ein Wolf heraus und schnupperte in Richtung Tyr, der nur noch wenige Meter vom Eingang entfernt lag. Der Wolf ging weiter hinaus und bewegte sich langsam auf Tyr zu - die Situation wurde kritisch.
Da hob Ineluki lautlos ihr Schwert und ließ es auf den Kopf des Wolfes fallen. Der Wolf machte keinen Laut mehr und brach tot zusammen.

Erleichtert atmete ich aus.
Tyr kam zu uns und gemeinsam gingen wir in die Mine.

Zunächst sahen wir uns den östlichen Teil an. Langsam und vorsichtig bewegten wir uns vorwärts. Die gesamte Mine machte keinen vertrauenswürdigen Eindruck - kaum berührte man eine Stelle, schon bröselte etwas Erde herab.
Bald schon wurde der Weg enger und uas geringer Entfernung hörten wir das ruhige Atmen mehrere Wesen, vermutlich Goblins. Weiter wagten wir uns nicht mehr vor, da wir befürchten mußten, die gesamte Mine würde bei der leisesten Berührung zusammenbrechen.
Wir kehrten also zurück, warfen noch einen kurzen Blick in den westlichen Teil der Mine, doch nachdem es dort auch nicht viel anders aussah als im bereits besichtigten Teil, zogen wir es vor, die Mine zu verlassen.
Dabei wäre ich beinahe noch mit meinem Mantel an einer der Stützpfeiler hängen geblieben. Glücklicherweise konnte Ineluki mich rechtzeitig losmachen, so daß kein größerer Schaden entsranden war.

Draussen angekommen, beschlossen wir, Etelkas Haus einen Besuch abzustatten.
Gesagt, getan. Wir gingen also hoch und erreichten schließlich einen terassenartigen Vorplatz, auf dem ein Goblin ziemlich mißmutig Wache hielt.
Wir überlegten hin und her, wie wir ihn geräuschlos aus dem Verkehr ziehen könnten, doch uns viel keine Lösung ein. Deprimiert mußten wir wieder das Feld räumen, denn ein Alarm war so ziemlich das letzte, was wir in dieser Situation gebrauchen konnten.

Also gingen wir wieder zurück zur Mine in der festen Absich, diese durch einen Feuerball zum Einsturz zu bringen und das ganze Gewürm darin zu begraben.
Leider waren wir schon wieder mit unseren Gedanken woanders, denn jemand machte einen ungeschickten Schitt und schon hörte man laut einen Ast knacken. Es dauerte keine Minute, da stand bereits ein Goblin am Eingang und rief uns etwas zu. Wir waren zwar noch verborgen in der Dunkelheit, aber es würde sicher nicht lange dauern, bis er einen Alarm auslösen und uns die Wolfsreiter auf den Hals schicken würde.
Da fing Ineluki auf einmal an, in der Sprache der Goblins zu reden und antwortete ihm. Er ruft noch etwas hoch und wieder gibt Ineluki ihm eine passende Antwort. Dann verschwindet er in der Mine.

Das brachte uns auf eine Idee: auf diese Weise könnten wir den Goblin bei Etelkas Haus auch herauslocken und zum Schweigen bringen. Voller Enthusiasmus liefen wir - diesmal etwas vorsichtiger - wieder den Berg hoch.
Oben angekommen rief Ineluki den Goblin in seiner Sprache zu sich. Er schien etwas mißtrauischer, denn denn kam nur langsam auf uns zu und fragte immer wieder nach. Ineluki antwortete und forderte ihn auf zu ihr zu kommen.
Kurz bevor er jedoch bei uns war, erkannte er Tyr rief etwas, daß sich anhörte wie "Große! Große!" und lief weg. Tyr rannte hinter ihm her, verfehlte ihn jedoch mit seinem Schwert. Ineluki konzentrierte sich kurz und plötzlich stoppte der Goblin mitten in Wort und fiel in einen tiefen Schlaf. Tyr war sofort bei ihm und sorgte dafür, daß dieser Schlaf nie mehr enden würde.

Leider wurde der Alarm von der Mine gehört, denn nach nur kurzer Zeit kamen sechs Wolfsreiter den Pfad hoch gelaufen. Wir gingen in Deckung.
Auf einmal riefen auch die Wolfsreiter etwas zur vermeintlichen Wache. Ineluki verstellte schnell ihre Stimme und antwortete ihnen. Doch auch sie schienen sich nicht damit zufrieden zu geben und wollte die Wache sehen. Jetzt wurde es brenzlig.
Geistesgegenwärtig kniete sich Ineluki hin und rief den Reitern zu, sie sollen verschwinden. Doch so schnell ließen sie sich nicht ins Bockshorn jagen und verlangten, daß sich die Wache zeige. Ineluki ging also weiter gekniet zum Haus, ohne sich jedoch umzudrehen und fluchte vor sich hin.
Schließlich schienen die Reitern überzeugt zu sein und ritten wieder zurück zur Mine.
Uns fiel ein Stein vom Herzen!

Sofort schlichen wir zum Haus und sahen, daß die Eingangstüre noch offen stand. Welch' ein glücklicher Zufall!
Sofort traten wir ein.

Wir wählten die erste Tür zur Rechten und traten leise und vorsichtig ein. Es war ein kleines, gemütlich eingerichtetes Zimmer - mit einem Halbling im Bett. Tyr ging sofort zu ihm hin und schlug ihn bewußtlos. Dann fesselten und knebelten wir ihn, damit er nicht - falls er aufwachen sollte - irgendwelche Wachen rufen konnte.
Anschließed durchsuchten wir noch kurz den Raum, fanden jedoch nichts.

Wir verließen den Raum durch eine weitere Tür im Norden, die Tyr beinahe lautlos öffnete.
Wir traten in einen offensichtlich als Küche genutzen Raum, mit einer offenen Feuerstelle und einer Vielzahl an Töpfen, Pfannen, Tellern, Krügen und weiteren Kochgerätschaften. Im Raum befand sich sonst jedoch niemand.

Lautlos gingen wir durch die nächste Tür und kamen in einen Speisesaal. In ihm war lediglich ein großer Tisch und einige Stühle. In einer Ecke war allem Anschein nach aber ebenfalls schon einmal eine Feuerstelle errichtet und einige der Stühle darin verbrannt worden. Offensichtlich hatte hier das Chaos bereits Einzug gehalten!
Auch dieser Raum hatte nur noch eine weitere Türe im Norden, die wir als nächstes ansteuerten. Tyr versuchte sie erneut leise zu öffnen, doch dieses Mal knarzte sie ein wenig.

Schell traten wir ein, doch wir hatten kein Glück. Es war ein Schlafraum und einer der Goblins war bereits aufgewacht.
Geistesgegenwärtig zog ich mein Messer und traf ihn im linken Auge. Er starb, bevor er auch nur einen Ton sagen konnte! Ineluki machte eine merkwürdige Handbewegung und deutete uns an, daß uns nun keiner mehr von aussen hören konnte.
Dann trat Tyr zu den anderen Dreien an ihre Betten und tötete alle.

Auch im nächsten Raum, den wir durch eine weitere Türe im Norden erreichten, schliefen vier Goblins. Tyr trat lautlos ein und tötete auch hier alle vier.
Damit hatten wir wohl den letzten Raum in dieser Richtung erreicht, denn es gab keine weitere Tür.
Wir gingen also den ganzen Weg zurück und betraten den im Eingangsbereich durch die linke Türe erreichbaren Raum.

Kaum hatten wir die Türe geöffnet, fuhr uns ein Schreck durch die Glieder: an der Wand hingen zwei gefesselte und geknebelte Bauern, die offensichtlich besinnungslos waren. Ansonsten wurde der Raum als Vorratskammer genutzt.
Wir überlegten kurz was wir mit den Bauern machen sollten, doch schließlich entschieden wir uns dafür, sie noch hier zu lassen, da sie uns jetzt nur behindern würden.
Dann schlossen wir wieder die Tür und gingen ins Treppenhaus.

Ein gespenstisch anmutendes, blaues Licht schien uns entgegen. Vorsichtig wagten wir uns vor. Jeder hatte seine Waffe gezückt und war kampfbereit.
Schließlich sahen wir die Quelle des scheinbar magischen Lichtes: es war das Mondlicht, daß durch ein getöntes Fenster im Dach ins Treppenhaus schien.
Uns fiel ein Stein vom Herzen!

Leise und vorsichtig stiegen wir die Treppe nach oben. Dort angekommen hatten wir den gleichen Grundriß wie im Erdgeschoß vor uns, nur daß hier scheinbar mehrere oder sogar alle Räume von einer Balustrade aus zugänglich waren.
Die erste Tür zu unserer Rechten war verschlossen und so nahmen wir zunächst die nächste, leicht geöffnete Tür.

Vorsichtig traten wir ein, doch es war niemand im Raum.
Es handelte sich ganz offensichtlich um ein Alchemistenlabor. Das letzte Experiment muß allerdings ziemlich schief gegangen sein, denn nur allzu deutlich waren die Folgen einer Implosion. Überall lagen Glassplitter, zerbrochene Karaffen und Reagenzgläser, verschiendenfarbige Flüssigkeit war am Boden eingetrocknet und auch der Tisch wies eindeutig Brandspuren auf.
Ich durchsuchte den Raum kurz, fand aber keinen einzigen brauchbaren Stoff mehr - alles war entweder verschüttet, kaputt oder unbeschriftet.

Zusätzlich waren in dem Raum zwei weitere Türen - eine nach Norden und eine nach Süden. Wir versuchten zunächst die nach Süden, um vielleicht von hier in den versperrten ersten Raum zu gelangen.
Leider war auch diese Tür versperrt. Die Tür nach Norden ließ sich jedoch öffnen und so wählten wir zunächst diese.

Leise betraten wir den Raum, doch auch dieser war unbewohnt.
Uns bot sich ein Bild des Chaos: in der Mitte des Raumes war eine Feuerstelle, in der offensichtlich Mobiliar verbrannt wurde, einzelne Möbel waren zerschlagen und lagen auf dem Boden verteilt, andere wiederrum waren teilweise angebrannt. In einer Ecke hat jemand ein großen Schäft gemacht und der Boden war bedeckt mit Essensresten und sontigen Abfällen.
Angewidert gingen wir zur nächsten Türe und öffenten sie vorsichtig.

Der nächste Raum bot ebenfalls ein skurriles Bild: ein Schlafzimmer mit einem Himmelbett in der Mitte und einem Schminktisch an der gegenüberliegenden Seite. Über dem Bett hing ein Bildnis einer sehr hübschen Frau.
Soweit wirkte alles wie das Schlafgemach einer eleganten Dame - grotesk war jedoch der in Frauenkleidern am Schminktisch sitzende Goblin, der gerade dabei war sich schön zu machen.

Als er uns sah, machte er mit seinen Händen einige merkwürdige Zeichen in die Luft, doch nichts passierte. Dann zog er sein Schwert.
Tyr tat es ihm nach und griff an.
Der Goblin war erstaunlich behende und parierte so manchen Schlag. Doch auch Tyr ließ sich von den Angriffen des Goblin nicht in die Enge drängen und nach kurzer Zeit schienen den Goblin die Kräfte zu verlassen und Tyr konnte ihn mit einigen gezielten Schlägen niederstrecken.

Dann durchsuchten wir ihn und den Raum.
Bei ihm fanden wir einen Schlüsselbund, den Ineluki an sich nahm.
Im Raum fanden wir eine Truhe und eine kleines magisches Schild. Die Truhe war verschlossen und so zerstörte Tyr mit einigen wuchtigen Schwertstreichen das Schloß. Der Fund hatte sich gelohnt, denn die Truhe enthielt neben diversen Kronen auch noch etliche Schmuckgegenstände.

Dann hörten wir Schritte aus dem Nebenraum. Sofort zogen wir unsere Waffen und hielten uns kampfbereit. Es dauert jedoch nicht lange und es herrschte wieder Stille.
Wir setzten die Durchsuchung fort, fanden jedoch nichts mehr.

Dann öffnete Tyr leise die nächste Tür. Der Raum war jedoch leer.
Es war wie schon im Erdgeschoß ein Schlafraum mit vier Betten, die scheinbar vor kurzem verlassen worden sind. Der ganze Raum war wie schon die Räume zuvor in einem furchbar dreckigem Zustand.
Angeekelt verließen wir den Raum und gingen nochmals zur Alchemistenstube, um vielleicht doch noch den fehlenden Raum betreten zu können.

Ein erneuter Versuch, das Schloß zu öffnen, schlug wieder fehl. Schließlich nahm Tyr sein Schwert und hieb solange auf die Türe ein, bis sie nachgab und den Weg in den Raum freigab.
Es war der erste saubere, gut ausgestattete Raum des ganzen Hauses! An der Wand stand ein Bücherregal mit einer Vielzahl interessanter Bücher. In der Mitte des Raumes war ein Sekretär und ein fein gearbeiteter Stuhl. Gegenüber an der Wand hingen verschiedene ausstaffierte Tiere und Tierköpfe.

Ich schaute mir das Bücherregal etwas genauer an, fand jedoch nichts was ich gerne mitgenommen hätte.
Ineluki durchsuchte während dessen den Sekretär und fand ein Zauberbuch, daß sie gleich an sich nahm und in einer Schublade eine Phiole mit einer roten Flüssigkeit, die sie mir gab.
Dann kehrten wir zurück zum Schlafzimmer, nahmen etwas Geld aus der Truhe und gingen wieder nach unten. Wir wollten jetzt die beiden Bauern befreien und mit ihnen zurückkehren.

Doch daraus wurde nichts, denn die Golblins, die wir mit unserem Lärm beim Öffnen der Truhe weckten, (So ein dummer Fehler !!!) hatten inzwischen ganze Arbeit geleistet und den Bauern den Hals durchtrennt. Wir rannten in das Zimmer des Halblings, doch auch dieser war verschwunden.
Das Haus war komplett leer.

Wir rannten hinaus.
Kaum traten wir durch die Türe, flogen und auch schon einige Pfeile um die Ohren. Es waren die Wolfsreiter der Höhle!

So ein Mist! Wir hätten doch die gesamte Höhle zum Einsturz bringen sollen, dann wären wir sie auch ein für alle Male losgewesen. Aber dafür war es jetzt zu spät.
Wir zogen unsere Schwerter und rannten zu den Wolfsreitern und der bei ihnen am Boden liegenden Person. Die Reiter verschwanden als wir uns näherten und wir erkannten die Halblingsdame aus mehreren Stichwunden blutend am Boden.
Ich versuchte ihr noch zu helfen, doch es war bereits zu spät. Sie hatte schon zu viel Blut verloren und sie starb in meiner Hand.

Welch ein trauriges Ende für einen so erfolgreichen Tag! Durch unseren Fehler mußten drei Unschuldige sterben. Dies würde sicher noch einige Zeit auf mein Gewissen lasten.
Dann durchsuchten wir das Haus nochmals nach Wertgegenständen, fanden dabei einige Pfeile, und nahmen noch die Kronen und Ringe der Truhe an uns. Tyr durchsuchte dann die leere Truhe, fand noch einen doppelten Boden und entnahm diesem eine Goldkette, einen Ring und einen Silberring mit einer roten Krone als Wappen.
Dann verließen wir diesen schrecklichen Ort.

Als wir das Haus verließen, graute bereits der Morgen und so machten wir uns schleunigst auf den Rückweg nach Griessenwald.