31. Pflugzeit - 6. Sigmarzeit 2512

Die nächsten Tage vergingen wie im Fluge. Tyr erholte sich zusehends, so daß Aischa ihn bereits am 32. wieder zu einem leichten Training abholen kam. Ineluki und Sora lernten fleißig und ich hatte alle Hände voll zu tun mit meiner Praxis.

Ein bemerkenswerter Fall war sicherlich der schwere Schulterbruch eines Seemannes.
ICh frage mich was dieser Mann wohl gehoben hatte, denn eine solch zerstörte Schulter hatte ich noch nie gesehen. Nun kam hinzu, daß er den normalen Preis für eine solch komplizierte Operation nie hätte aufbringen können, doch der Mann war ein ehrlicher Kerl und so half ich ihm.
Ich hätte es ohnehin nie übers Herz gebracht, ihn mit dieser Schulter wieder davon zu schicken!
Er verheilte glücklicherweise gut, doch die Geschichte machte ihre Runde, so daß ich in den nachfolgenden Tagen noch mehr zu tun bekam.

Doch die Arbeit machte Spaß und ich lernte eine Menge hinzu. Ich bemerkte gar nicht wie die Zeit verging und so kam es, daß wir am Abend des 6. Sigmarzeit auf unser Deck gerufen wurden und Ineluki zum Seemann ernannt wurde.

Es war ein glanzvolles Schauspiel. Die gesammelte Mannschaft stand in Reih und Glied vor dem Kapitän, Jakob Auermann, als er Ineluki aufruft, ihr den Dreispitz übergibt und sie damit offiziel zum Seemann erklärte. Es war mucksmäuschenstill auf beiden Schiffen.
Dann, als Ineluki den Dreipiz aufsetzte, fingen alle laut an zu klatschen, johlten riefen und gratuölierten ihr. Und wir waren sicherlich nicht die leisesten von ihnen!

Schließlich lud Joseph Auermann Ineluki auf eine Kneipentour ein, die sie natürlich nicht abschlagen konnte.

Wir ahnten schon schlimmes, als sie spät abends zurück auf unser Schiff kam. Doch Ineluki hatte sich gut gehalten und kam noch völlig selbstständig in ihre Kajüte.
Dann legten auch wir uns schlafen.