30. Jahrdrung 2512

Am nächsten Morgen, Josef war schon längst wieder unterwegs, wurden wir wieder durch Gildas kräftiges Frühstück geweckt.
Meine Schulter schmerzte noch ordentlich, doch das mußte bis nach dem Frühstück warten.

So trafen wir uns alle, aßen etwas und unterhielten uns. Den anderen ging es soweit wieder gut, so daß alle ihrer Arbeit nachgehen konnten.
Als wir fertig waren, holte ich Gilda noch einmal her, um mir den Verband zu wechseln.
Heute war sie schon wesentlich geschickte als gestern und ich bekam den Eindruck, daß ihr das richtig Spaß zu machen schien.
So zeigte ich ihr noch den einen oder anderen hilfreichen Trick, mit dem sie bei leichteren Verletzungen an Bord helfen kann.

Ansonsten verlief der Tag sehr ruhig. Wir begannen uns langsam zu langweilen und sehnten schon die Ankunft in Bögenhafen herbei.
Lediglich einmal begegnete uns ein Patrouillienboot, dessen Hauptmann ebenfalls nach einer Abenteuergruppe aus Altdorf fragte. Wir waren jedoch längst unter Deck und Gilda meisterte die Situation problemlos.

Am Abend ankerten wir an einer geeigneten Stelle im Fluß.
Nun war der Zeitpunkt gekommen, endlich mehr über meinen Fund zu erzählen und unseren Aufenthalt in Bögenhafen mit der Gruppe zu besprechen.

Als wir also zu abend gegessen hatten hub ich an, etwas mehr über meinen Doppelgänger und die beiden Schriftstücke zu erzählen.
Die Reaktionen waren recht unterschiedlich. Tyr war solange nicht interessiert, bis ich die Passage mit dem Weinkeller vorlas. Dann hatte auch er plötzlich Interesse an der Erbschaft.
Wir einigten uns jedenfalls darauf, daß wir versuchen würden, die Notare ausfindig zu machen und die Erbschaft anzunehmen. Dies sollte möglichst gleich nach unserer Ankunft erledigt werden, damit wir danach das Schafsfest unbeschwert genießen können.
Es lebt sich einfach leichter mit 20.000 Kronen in der Tasche!

Sollte das alles aber nicht funktionieren, so wollte ich auf jeden Fall versuchen bei der Gilde Arbeit zu bekommen, um unsere Kasse etwas aufzubessern. Schließlich waren wir inzwischen alle ziemlich knapp bei Kasse.
Tyr hatte vor, einen Kampf anzunehmen, um damit seine Schulden an Ineluki bezahlen zu können.
Ich wollte ihn noch davon abbringen, denn lebendig war er mir immer noch wesentlich lieber als tot, doch er ließ sich nicht beirren.

Den restlichen Abend machten wir noch weitere Pläne, was wir denn alles auf dem Schafsfest anstellen könnten, was wir alles einkaufen wollen und und und ... bis schließlich wir alle müde wurden.

Josef sagte noch, daß wir besser Wachen aufstellen sollten, da der Fluß gefährlicher ist als der Kanal.
So teilten wir uns denn die Nacht auf. Tyr und ich übernahmen die erste Wache, so daß mir Gilda zuvor noch einmal den Verband wechseln konnte, bevor sie sich schlafen legte.
Die hatte inzwischen schon richtige Routine bekommen, so gut machte sie das. Am nächsten Morgen würde die Wunde endlich verheilt sein und ich konnte den Verband erstmals ablegen.

Kurz nach Mitternacht weckten wir Sora und Ineluki und dann nahmen wir unseren wohlverdienten Schlaf.