22. Sigmarzeit 2512

Nach dem Frühstück verzog ich mich gleich unter Deck und fing mir der Herstellung von Schießpulver an. Ich hoffte immer noch, daß wir es irgendwann einmal gewinnbringend verkaufen, oder vielleicht auch selbst verwenden könnten.

Unterwegs kamen uns einige Fischerboote entgegen. Da wir nicht mehr allzu viel Proviant hatten und etwas frisches auch gut tat, kauften wir einem der Fischer ein paar Fische ab.
Die Fahrt blieb ansonsten sehr ruhig.

Ineluki bemerkte, daß schon seit einiger Zeit der Kutschweg parallel zum Fluß verlief. Aber auch hier war kaum Verkehr. In einiger Entfernung erkannte sie auch ein Rasthaus.

Den Nachmittag wollte Tyr damit nutzen, einige Übungen zu machen und bat Sora, ihr als Sparringspartner zu dienen. Sein Ziel war, sie möglichst effektiv zu entwaffnen.
Das hatte ich allerdings erst erfahren, als ich, neugierig geworden durch schallendes Gelächter, auf Deck gegangen bin und Ineluki fragte, was hier vor sich ging.

Es war ganz gewiß nicht Tyr's Tag. Das sah mehr nach einer Zirkusnummer aus als nach einem Kämpfer. Beinahe verletzte er sich sogar mit seinem eigenen Stab! Wir konnten uns kaum halten vor Lachen!
Schließlich gelang es Tyr Sora das Kurzschwert aus der Hand zu hebeln und über Bord zu werfen, doch das besserte seine Laune keineswegs.

Immer noch amüsiert ging ich wieder an meine Arbeit.
Tyr ging frustriert in die Kombüse und begann mit der Zubereitung des Abendessens. Aber es war wie verhext, nichts gelang ihm heute. Von dem ganzen Einkauf blieben gerade mal zwei Fische übrig!

Völlig deprimiert aß Tyr überhaupt nichts und ging in seine Kabine.

Nach dem Essen fuhren wir noch etwas weiter.
Auf einmal rief uns Ineluki an Deck. Vor uns lag ein Wrack. Es zeigte mit dem Bug zum Ufer, wobei das Heck untergegangen war.

Ineluki, Tyr und ich nahmen das Ruderboot und fuhren zum Wrack.
Dort angekommen band sich Ineluki ein Seil um ihre Hüfte und tauchte hinab.

Nach einiger Zeit kam sie zurück und erzählte uns, daß im Heck Einschußlöcher zu sehen waren. Damit stand die Sinkursache also fest. Ansonsten war in den Kabinen nicht zu finden.
Sonderlich beruhigt war ich über diese Information nicht. Aber was blieb uns übrig? Wir kehrten zurück zur Morgenes und fuhren noch ein Stück weiter.

In der Dämmerung ankerten wir schließlich, teilten die Wachen ein und legten uns schlafen.