20. - 27. Pflugzeit 2512

Die nächste Woche verlief ohne besondere Ereignisse.
Allerdings fielen wir am Abend auch wie ein Stein ins Bett, denn die Tage waren angefüllt von harter Arbeit.

Tyr wurde von Aischa in den verschiedensten Waffen unterrichtet, wobei sie ihn bis zur Erschöpfung üben ließ. Sie fragte ihn auch immer wieder nach seinen Fortschritten in Etikette, denn gerade hierauf legte sie bei Tyr besonderen Wert. So kam er also völlig verschwitzt und abgekämpft auf dem Schiff an, aß kurz zu abend und kam dann zu mir, um sich noch in Etikette unterrichten zu lassen.
Ich dagegen war die Woche bei Dr. Freimann und half ihm bei seinen Patienten. Nach der normalen Öffnungszeit blieb ich oft noch ein paar Stunden, um mit ihm über die neuesten Erkenntnisse der Heil- und Kräuterkunde zu diskutieren. Dr. Freimann war ein angenehmer Gesprächsparter. Er wußte sehr viel und wir konnten eine ganze Menge voneinander lernen.

Ineluki war nicht weniger beansprucht. Tagsüber mußte sie alle wichtigen Arbeiten am Schiff verrichten und üben, bis Jakob Auermann zufrieden war - und das konnte bisweilen recht lange dauern!
Abends lernte Ineluki dann bis spät in die Nacht alles über Schiffskunde und Navigation. Ganz nebenbei gewöhnte sie sich auch bald an die etwas eigene Sprache der Schiffer, so daß selbst wir sie kaum noch verstanden.

Sora schließlich verbesserte ihre Fertigkeiten der Schneiderei. Sie bat den Schiffsschneider von Jakob Auermann um Hilfe, der sie ihr gerne zur Hand ging und einige gute Tips gab.

So vergingen die Tage wie im Fluge und ehe wir uns versahen, war bereits der Abend des 27. Pflugzeit. Ineluki und Tyr hatten bereits große Fortschritte in ihrer Ausbildung gemacht und auch Sora war inzwischen geschickt im Umgang mit Nadel und Faden.
Am nächsten Tage sollte nun endlich mein Schild geliefert werden, so daß ich dann Patienten in meiner eigenen Praxis empfangen konnte. Nicht daß ich die Zusammenarbeit mit Dr. Freimann nicht geschätzt hätte - ich habe recht viel von ihm lernen können - aber dies war schließlich meine erste eigene Praxis, und das war doch etwas ganz anderes.