16. Pflugzeit 2512

Am nächsten Morgen frühstückten wir nur wenig - uns steckte allen noch der Schock in den Gliedern.
Tyr ging sofort nach dem Frühstück wieder auf das andere Schiff und fing an das Deck zu reinigen. Ich war ihm sehr dankbar dafür, denn mir taten die Arme immer noch weh. Außerdem hatte ich noch andere Pflichten.

So nahm ich Sora und Ineluki mit ins Behandlungszimmer, untersuchte und behandelte sie und erneuerte ihre Verbände. Sie hatten sich beide an meine Anweisungen gehalten und gestern nichts mehr getan, so daß ihre Wunden gut heilen konnten.
Gegen Mittag kam Tyr rüber zu uns - ich war gerade mit der Behandlung fertig - und wir aßen alle ein paar belegte Brote. Nach dem Essen behandelte ich Tyr, der ebenfalls ein paar kleinere Schnittwunden und Prellungen davongetragen hatte.
Dann ging ich mit ihm zurück auf das andere Schiff und half ihm bei der Reinigung.

Am Nachmittag schließlich waren wir soweit, daß das Deck einigermaßen sauber war und auch die Kabinen wieder begehbar waren. So beschlossen wir den Anker zu lichten und weiter zu fahren.
Tyr ging wieder zurück auf die Morgenes und verband die beiden Schiffe mit einem Tau. Ich blieb auf dem neuen Schiff, da ich es steuern sollte.

Aber es schien, als sollte uns das Unglück des gestrigen Tages noch weiter begleiten, denn kaum waren wir losgefahren, bekam ich ein Problem mit dem Ruder.
Ich versuchte zwar, in die gleiche Richtung wie Ineluki zu fahren, doch ich bekam das Ruder einfach nicht unter Kontrolle. So steuerte ich geradewegs auf das Ufer zu - das Seil spannte sich immer mehr und würde auch die Morgenes gefährden, wenn mir nicht bald etwas gelänge.
Ich riß also das Ruder herum, doch es war wieder zu stark. Das Boot schlingerte und nahm schließlich wieder Kurs auf das Ufer.

Plötzlich hörte ich es sehr laut knirschen. Das Seil spannte sich gefährlich an und wollte die Morgenes mitziehen. Ich war auf eine Sandbank gelaufen und das Schiff schien schwer beschädigt.
Geistesgegenwärtig kappte Tyr das Seil und warf mir ein weiteres Seil herüber.
Das Boot begann bereits zu sinken. Ich nahm also das Seil und sprang über Bord. Tyr und Sora ziehen mich heraus. Mir war hundeelend zumute. Die ganze Arbeit war umsonst gewesen!
Niedergeschlagen ging ich unter Deck und zog mir trockene Sachen an. Ineluki hatte inzwischen wieder Fahrt aufgenommen und fuhr ruhig weiter.

Am späteren Nachmittag treffen wir unterwegs ein Fischerboot, dem wir etwas von seinem Fang abkauften. Wir nahmen sicherheitshalber etwas mehr Fisch, man weiß ja nie ...
Abends bereitete Tyr den Fisch zu - es war gut, daß wir etwas mehr gekauft hatten. Die Fische bekamen auch ihren Anteil. Doch der verbleibende Rest war sehr schmackhaft und immer noch ausreichend. Eigentlich war Tyr ein ziemlich guter Koch - wenn er nur nicht so verschwenderisch wäre!

Nach dem Abendessen fuhren wir nur noch bis zur nächsten Biegung, suchten einen geeigneten Ankerplatz und legten uns schon sehr bald schlafen.
Auch dieser Tag war nicht gerade erholsam!