13. Sigmarzeit 2512

Am Morgen führt uns ein Diener herunter zu einem edel eingerichteten Raum, in dem ein reichhaltiges und sehr wohlschmeckendes Frühstück angerichtet war.
Ich war nach wie vor guter Dinge und glaubte an die Kraft von Hieronymus Heiltrank. So ließ ich es mir wohl schmecken. Tyr dagegen schien keinen rechten Hunger zu haben.

Wir hatten gerade unser Frühstück beendet, als ein Priester des Mors zu uns kam und mir mitteilte, daß sich der Zustand des Herrn Hohenzollern nicht verbessert habe. Zunächst wollte ich es gar nicht glauben, doch der Priester bestätigte mir nochmals, daß der Heiltrank seine Wirkung leider verfehlte.

Für mich brach eine Welt zusammen. Ich war völlig deprimiert und blieb einfach sitzen. Ich denke, den anderen ging es ebenso, denn keiner sagte ein Wort und wir alle saßen völlig niedergeschlagen nur da.
Dann verabschiedete sich der Priester.

Tyr war der erste der seine Sprache wiederfand.
Er erzählte uns, daß er in der Nacht einen Traum gehabt hatte. Natürlich waren wir neugierig und so fing er an zu erzählen:

Er wußte nicht mehr wo er war, aber mit einem Mal bekam er überall an seinem Körper Mutationen. Er konnte nichts dagegen machen. Auf einmal erschien ein riesiger Wolf, trat vor ihm hin und fraß seinen Kopf.
In dem Moment wurde er wach und sah eine schwarzgekleidete Gestalt im Raum. Kaum daß er sie bemerkte, verschwand sie aus dem Raum. Tyr stürzte hinterher, doch sie war bereits verschwunden bevor Tyr sie erreichen konnte.

Nachdem er seine Geschichte erzählt hatte, diskutierten wir noch etwas über seinen Traum und unser Erlebnis in diesem Haus.
Mir ließ der Fall noch keine Ruhe und ich wollte zumindest noch mit Herrn Hohenzollern sprechen. Also ließen wir den Verwalter rufen.

Als er nach kurzer Zeit kam, trug ich ihm mein Anliegen vor. Er schüttelte jedoch nur mit dem Kopf und erklärte mir, daß dies unmöglich sei. Ich versuchte noch mit ihm zu verhandeln, doch er ließ sich auf nichts ein.
Schließlich einigten wir uns darauf, daß er ihm zumindest eine Nachricht von mir zukommen ließ.
Dann zogen wir uns auf unsere Zimmer zurück, wo ich die Nachricht verfasste und sie anschließend dem Verwalter gab.
Er versprach sie zu überbringen und ging von dannen.

In der Nachricht wollte ich nochmals mein Mitgefühl für ihn ausdrücken und zeigte mit tief bestürzt, daß mein Heiltrank nicht die gewünschte Wirkung zeigte. Dennoch bat ich ihn nochmals um ein Gespräch.

Natürlich hoffte ich auf eine Antwort von ihm - zumindest eine Nachricht! So verbrachten wir die Zeit ohne etwas Sinnvolles zu tun. Wir waren auch nicht gerade in der besten Stimmung wie man sich denken konnte.
Am Nachmittag aßen wir eine Kleinigkeit, wobei wir alle keinen rechten Appetit hatten. Es war klar - würde sich Herr Hohenzollern heute nicht mehr rühren - morgen mussten wir abreisen.

Am Abend endlich die Erlösung. Ein Priester brachte mir die Botschaft, daß Herr Hohenzollern mich zu sprechen wünsche.
Sofort mache ich mich mit dem Priester auf den Weg. Vor dem Gang untersuchte mich der Priester und wies mich nochmals auf die Gefahr hin, in die ich mich begab. Dann ging ich in den Gang hinein.

Ein dämmrige Licht empfang mich. Ich ging direkt an die Tür zu Herrn Hohenzollers Zimmer und gab mich zu erkennen.
Seine Stimme war sehr schwach und ich konnte ihn nur schwer verstehen, doch er bedankte sich nochmals für meinen - wenn auch erfolglosen - Versuch, ihn zu heilen. Dann bat er mich, Etelka Herzen zu töten. Sie wäre das Übel, an dem er erkrankt sei. Weiter sagte er, daß inzwischen Nuln der Seuchenherd sei und Etelka dort wohne.
Dann warnte er mich nochmals vor Nuln und sagte es sei sehr gefährlich dort.
Ich versprach, alles in meiner Macht stehende zu tun, um Etelka das Handwerk zu legen und sie zu töten.

Dann verabschiedete ich mich von ihm und ging hinaus.
Draussen untersuche mich ein Priester, doch das Glück war auf meiner Seite und ich hatte mich nicht angesteckt. Dann wurde ich hinuntergebracht uns ich berichtete den anderen von meinem Gespräch.

Es war an der Zeit, das Haus zu verlassen.
Wir gaben den Dienern Bescheid, daß wir am nächsten Tag abreisen würden und bedankten uns nochmals für ihre Gastfreundlichkeit.
Uns wurde nochmals ein Abendessen gereicht, doch ich aß kaum etwas. Mir war absolut nicht nach Essen zumute.

Vor dem Schlafengehen betete ich zu Shallya und wünschte Herrn Hohenzollern alles erdenklich Gute. Dann fiel ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.