11./12. Sigmarzeit 2512

Wir mußten heute zeitig los, denn unsere Kutsche würde sicherlich nicht warten. Daher frühstückten wir nur spärlich und machten uns auf den Weg zur Kutscherei.
Dort angekommen wurden gerade die Pferde eingespannt. Es dauerte nicht mehr lange, wir konnten einsteigen und los ging es!

Kaum hatten wir die Stadtmauern hinter uns gelassen, schien es mir, als ob hier noch mehr los sei als in der Stadt. Ein reges Gewimmel von Kutschen, Händlern, Bettler und allerlei Volk kam uns entgegen.
Wir ließen das bunte Treiben jedoch bald hinter uns und fuhren auf gut befestigten Wegen unserem Ziel entgegen.

Von Unterwegs gab es nichts außergewöhnliches zu berichten - ab und an kam uns eine Kutsche oder ein Reisender auf dem Weg in die Stadt entgegen.
Am frühen Nachmittag machte der Kutsche eine kurze Pause, um den Pferden eine Pause zu gönnen - und sich eine kleine Mahlzeit.

Die Pause währte nicht lange - der Kutscher rief alle Fahrgäste zusammen und schon ging es weiter. Langsam ließ der Verkehr etwas nach und es wurde ruhiger.
Wir blieben zwar auf der Fahrt alle wachsam - zu oft hatten wir in den letzten Wochen und Monaten unliebsame Überraschungen erlebt - aber an diesem Tage passierte ausnahmsweise mal nichts und so erreichten wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit ein Roadhaus.
Wir stiegen aus und beratschlagten uns kurz. Dann fragten wir den Kutscher und den Wirt, ob sie etwas dagegen hätten wenn wir im Stall bei den Pferden übernachten würden. Sie schauten zwar etwas seltsam, hatten aber schließlich nichts einzuwenden.
Dann gingen wir in die Gaststube und aßen etwas Eintopf zu Abend.

Nach dem Essen dachte ich, daß ich Tyr nicht mehr wegen des Essens kritisieren sollte - es gab nicht wenige Essen von ihm, die besser waren als dieser lieblos zusammengekochte Mampf.

Nachdem wir alle recht müde waren, legten wir uns kurz nach dem Essen schlafen. Am nächsten Tag würden wir wieder sehr früh losfahren.

Auch das Frühstück war nicht besser als das Abendessen.
Kaum waren wir fertig, rief schon der Kutscher und wir fuhren weiter. Unterwegs sahen wir einige Gehöfte in der Landschaft. Es war also nicht gänzlich unbewohnt, wie es gestern noch schien.

Gegen Mittag zogen einige dunkle Wolken auf. Es sah nach Regen aus, aber wir blieben trocken. Dennoch blieb die Stimmung gedrückt.

Auch an diesem Tage machten wir nur eine kurze Mittagspause und fuhren recht zügig weiter. Wir hatten schließlich noch ein gutes Stück vor uns.
Gegen Abend erreichten wir eine Abzweigung. Mitten auf der Straße standen zwei Wächter und fragten uns nach unserem Ziel. Ich sagte ihm, daß wir zu Herrn Hohenzollern wollen, doch sie gedachten nicht, uns durchzulassen.
Etwas irritiert erklärte ich ihnen, daß er mich zu sich hat rufen lassen und meine Begleiter zu meinen Schutz mitreisen. Er wurde etwas unsicher, wollte aber immer nich nicht den Weg freigeben.

Langsam wurde es mir zuviel. Ich erklärte ihm, daß ich Arzt sei und Herr Hohenzoller um einen Besuch gebeten habe. Daraufhin meinten die Wächter, daß schon mehrere ohne Erfolg versucht ihn zu heilen. Dennoch gab er letztenendes des Weg frei und wünschte mir viel Glück.

Den Weg bis zum Anwesen des Herrn Hohenzollern begleitete uns einer der Wächter. Dort angekommen, hieß er uns zu warten und ging hinein um uns zu melden.
Als er zurückkam, erklärte er uns, daß wir nicht mehr gebraucht würden und uns daher auch nicht hineinlassen würde. Ziemlich erschüttert fragte ich ihn, ob Herr Hohenzollern gestorben sein.
Er druckste etwas herum - nein, gestorben wäre er nicht - ich wußte nicht so recht was ich davon halten sollte. Langsam kam die die ganze Sache merkwürdig vor. Etwas energischer fragten wir nun nach, was denn tatsächlich mit ihm sei und warum er uns keinen Einlaß gewähren wolle.
Schließlich stellte sich heraus, daß Herr Hohenzoller Nurgle hatte.

Das war in der Tat ein schreckliches Los!
Doch da kam mir eine Idee. Ich hatte doch noch den wundersamen Trank von Hieronymus. Vielleicht konnte dieser helfen.
Ich sagte dem Wächter also, daß ich eventuell eine Möglichkeit hätte, ihm doch helfen zu können. Er schaute mich etwas erstaunt an, doch schließlich ließ er uns hinein.

Er brachte mich geradewegs zu einer Art Schleuse, bestehend aus einer Tür zu einem kleinen Gang und einer weiteren Tür, die in das Zimmer des Herrn Hohenzollern führt.
Ich stellte den Trank auf den eine kleine Durchreiche, die in den Gang führt und schrieb in eine kleine Notiz dazu.

Als ich fertig war, führte man uns auf unsere Zimmer und reichte uns ein hervorragendes Abendessen. Nach dem Essen im Roadhaus war die eine echte Wohltat, doch viel gegessen hatten wir trotzdem nicht. Die schreckliche Krankheit war uns allen ziemlich auf den Magen geschlagen.
Kurz nach dem Essen legten wir uns dann auch hin und schliefen gleich ein.