8. Sigmarzeit 2512

Bei Tagesanbruch beschlossen wir, daß wir uns das Ufer mal etwas genauer anzusehen.
Also ruderten Tyr und Ineluki ans Ufer, während Sora und ich die beiden und das Ufer so gut als möglich beobachteten.

Mir schien es, je näher sie auf das Ufer zu ruderten, daß der Wald immer ruhiger wurde. Als sie schließlich das andere Ufer erreichten, herrschte vollkommene Stille. Mir war ziemlich unheimlich zumute!
Auf einmal hatte ich das Gefühl, daß der Waldboden sich bewegen würde. Aber das konnte doch gar nicht sein! Hatte ich einfach zu lange immer auf die gleiche Stelle gesehen, so daß mich meine Augen trügen sollten?
Ich schaute genauer hin, doch diese träge, langsame Bewegung blieb.

Wie aus dem Nichts sah ich plötzlich ein altes verrottetes Ruderboot rechts neben den Beiden, daß sich langsam aber sicher auf sie zubewegte. Es mußte schon vorher dort gewesen sein, doch irgendwie war es mir überhaupt nicht aufgefallen.
Hier war etwas oberfaul! Ich rief Tyr und Ineluki eine Warnung zu, doch sie schienen nicht zu hören - und das Boot kam immer näher!
Ich rief lauter. Schließlich schienen sie es zu hören und wollten zurückrudern, doch irgendetwas hielt sie auf. Sie kamen kaum von der Stelle, so sehr Tyr sich auch bemühte.

Der Wald bewegte sich immer näher auf sie zu - mir blieb fast das Herz stehen! Und immer noch kamen sie keinen Schritt weiter.

Plötzlich erschien ein Tentakel aus dem Wasser und griff Tyr an. Reaktionsschnell wich er dem Fangarm aus.
Das war knapp! Der Tentakel verfehlte Tyr nur um Haaresbreite.
Geistesgegenwärtig hatte Ineluki während dessen ihr Schwert gezogen, schlug zu und trennte den Arm ab.

Jetzt war zumindest klar, was die beiden an einer Weiterfahrt hinderte!
Mit ganzer Kraft versuchte Tyr erneut sich zu lösen und das Boot vom Ufer weg zu bekommen - und schafft es schließlich sogar! Laut hörbar atmeten wir auf. Tyr ruderte noch zwei Schläge vom Ufer weg, dann übernahm Ineluki das Ruder und fuhr zurück zur Morgenes.

Auf halbem Wege stoppte sie kurz und streckte die Hand in Richtung Wald. Auf einmal bildete sich eine Feuerkugel in ihrer Hand, die sie in Richtung Wald schleuderte.
Aber obwohl die Kugel sehr mächtig und vor allem sehr gefährlich aussah, fingen nur ein paar Büsche kurz Feuer. Es dauerte gar nicht lange und das Feuer erlosch wieder. Dies war sicher kein normaler Wald!
Damit nicht genug machte Ineluki sogar noch einen zweiten Feuerball und schleuderte auch diesen wieder in den Wald. Der Effekt blieb jedoch der gleiche - wieder fingen lediglich ein paar Strächer Feuer, doch der Wald blieb unbeeindruckt. Das Feuer erlosch auch beim zweiten Mal bereits nach kurzer Zeit.

Insgesamt fand ich war dies eine ziemlich eindrucksvolle Demonstration von Inelukis Fähigkeiten. Ich war damals jedenfalls ziemlich erstaunt über diesen gewaltigen Feuerball.
Als sie schließlich zurückkamen, schaute ich Ineluki noch sehr erstaunt an, doch sie sagte nicht.
Dann fuhren wir weiter.

Ich ging wie bereits am Tag zuvor unter Deck in mein Labor und stellte wieder Schwarzpulver her. Es ist eine ziemlich langwierige Sache, doch bis zum Abend hatte ich wieder eine Portion fertiggestellt.
Ansonsten erlebten wir an diesem Tage nicht allzuviel - lediglich ein Handelsschiff kam uns unterwegs entgegen. Wir grüßten, dann fuhren wir weiter. Aber der Morgen hatte für meinen Geschack auch schon für den ganzen Tag gereicht!

Sehr weit sind wir jedenfalls bis zum Abend nicht gekommen; wir hatten kaum Wind und es war schon eine Kunst, daß wir uns überhaupt vorwärts bewegt hatten!
Am Abend verwöhnte und Tyr wieder mit seiner Kochkunst und bald darauf legten sich Tyr und Sora schlafen, während Ineluki und ich wieder die erste Wache übernahmen.
In dieser Nacht passierte glücklicherweise nichts, so daß wir nach der Wachübergabe rasch schlafen konnten.