7. Sigmarzeit 2512

An diesem Morgen - wir waren gerade beim frühstücken - kam ein Bote auf unser Schiff und überbrachte uns eine Nachricht. Darin forderte uns Hieronymus auf, ihn zum Frühstück zu besuchen.
Also brachten wir unser Frühstück ab und begaben uns zu ihm hin.

Dort angekommen begleitete uns sein Page an eine recht chaotisch anmutende Frühstückstafel. Neben dem Essen standen Reagenzgläser, beim Wasser standen Gläser gefüllt mit Chemikalien. Frisch aufgetragenes vermischte sich mit Resten des Abendbrotes.
Mit leichtem Erstaunen sahen wir uns um, doch bevor wir uns setzen konnten, ging Aischa de la Roja auf uns zu. Sie hatte eine Schriftrolle in der Hand, die sie Tyr überreichte.

Wortlos übergab Tyr sie mir. Ich öffnete und las ihm seine offizielle Ernennung zum Gerichtsstreiter vor. Innerlich überglücklich doch äußerlich gefaßt ging Tyr zu Aischa und bedankte sich bei ihr. Sie wehrte jedoch ab und bestätigte ihm nochmals seine guten Leistungen und daß er nun auf dem richtigen Weg sei.
Lediglich das Lesen und Schreiben fehle nun noch, doch sowohl seine Etikette als auch sein Umgang mit den Waffen sei nun tadellos.

Dann bat sie uns Platz zu nehmen und zu essen. Dabei unterhielten wir uns noch weiter.
Aischa erzählte, daß sie heute noch abreisen werde. Sie werde zunächst nach Mittenheim und später weiter nach Kieslev ziehen. Sie hätte dort einige persönliche Dinge zu regeln.
Auf unsere Frage, ob wir sie begleiten sollen, sagte sie nur, daß sie schon einen Begleiter habe und diese Dinge alleine regeln müsse. Sie mache sich mehr Sorgen um Hieronymus, doch er werde sich schon zu schützen wissen.

Schließlich verabschiedete sie sich von uns und ging davon.
Wir aßen noch ein wenig und unterhielten uns dabei noch etwas. Dabei kam nochmals das Gespräch auf Etelka Herzen und ihre magischen Fähigkeiten.
Hier warnte uns Hieronymus eindringlich vor den Untoten, die sie beschwören könne. Diese können unangenehme Krankheiten übertragen und sind teilweise auch nur mit besonderen Waffen zu bekämpfen. Wir sollte ihre Macht jedenfalls nicht unterschätzen!

Als wir mit dem Essen fertig waren und uns verabschiedeten, überreichte er jedem von uns noch ein Geschenk.
Ineluki gab er einen Ring, Sora einen Pfeil, Tyr einen Trank und für mich hatte er ebenfalls einen Trank. Dieser hatte die Eigenschaft, einmal eine Krankheit zu heilen. Auf die Frage, welche Krankheiten er denn heile, antwortete Hieronymus, daß er es nicht genau wisse, doch er dürfte für so ziemlich jede Krankheit gut sein.

Zum Abschluß warnte er uns nochmals eindringlich vor Etelka Herzen und sagte, daß wir sehr auf der Hut sein müssen. Wir sprachen nochmals kurz über sie, verabschiedeten uns dann schließlich und gingen von dannen.

Ich wollte mich noch von Dr. Freimann verabschieden - schließlich hatte ich viel von ihm lernen können. Zudem würde es ihn auch sicher freuen, wenn er erfährt, daß etwas weniger Konkurrenz in der Stadt weilt.

Wir trafen ihn in seiner Praxis. Glücklicherweise hatte er gerade keinen Patienten und so konnte ich mich in Ruhe bei ihm für seine freundliche Unterstützung bedanken und ihm alle Gute für seine Zukunft wünschen.
Dann verabschiedeten wir uns und wir gingen weiter in den "Reichen Mann", wo wir den Holzhändler Hatzinger trafen. Schließlich wollten wir nicht ganz ohne eine neue Ladung die Stadt verlassen.

Nachdem wir nicht mehr über allzugroße Barmittel verfügten, kauften wir schließlich 55 Behältnisse Holz, die sogleich angewiesen wurden.
Damit waren wir endgültig pleite.

Wir verabschiedeten uns auch von ihm und gingen endgültig zurück auf unser Schiff.
Kaum waren wir angekommen, begannen schon die Schauerleute mit der Beladung des Schiffes. In der Zwischenzeit ging Ineluki zu Kapitän Auermann auf das Nachbarschiff und verabschiedete sich auch von ihm und seiner Mannschaft.
Die Verabschiedung war schon sehr eindrucksvoll. Der Kapitän ließ die ganze Mannschaft antreten, salutierte und verabschiedete sich dann in aller Herzlichkeit von Ineluki.
Dann kam Ineluki zurück auf die Morgenes.

Die Ladung war inzwischen an Bord, Ineluki gab ein paar Kommandos, ging ans Ruder und wir fuhren los.
Kaum hatten wir den Kai verlassen, ließ Kapitän Auermann sogar noch eine Kanone für Ineluki als Verabschiedung abfeuern. Sie war mächtig gerührt!

Für den Rest des Tages ging jeder seiner Beschäftigung nach. Ich verzog mich in mein Labor und stellte eine weitere Portion Schwarzpulver her - langsam bekam ich Übung im Umgang mit diesen Chemikalien.
Am Abend fand Ineluki einen geeigneten Lageplatz und ankerte in der Mitte des Flusses. Tyr kümmerte sich um das Abendessen, was ihm ohne größere Verluste gut gelang.
Danach legten sich Tyr und Sora schlafen, während Ineluki und ich die erste Wache übernahm. Ansich ließ sich nicht viel über die Nacht sagen, lediglich einmal beobachteten wir etwas Merkwürdiges an einem Baum am Ufer.
Was es aber war, konnten wir auf die Entfernung nicht erkennen. Sicherheitshalber blieben wir lieber an Bord und hielten die Augen offen.

Nachdem aber sonst nichts mehr geschah, wechselten wir kurz nach Mitternacht die Wache, berichteten den beiden von unserer Beobachtung und legten uns schlafen.