05. Pflugzeit 2512

Wir schliefen noch, als das Schiff im Morgengrauen ausgelaufen war. Nach dem gestrigen ereignisreichen Tage sollte uns der fünfte des Monats Pflugzeit endlich ein wenig Ruhe bringen. Wir schliefen uns alle aus und ließen die Anstrengung der vergangenen Tage aus uns heraus.
Gilda weckte uns am frühen Nachmittag mit ihrem sprichwörtlich guten Frühstück aus gebratenem Speck, Eiern, Bohnen und etwas Weißbrot.

Nach dem Frühstück wusch ich mich so gründlich es nur eben ging. Nach einiger Zeit war schließlich auch Gilda zufrieden und ich konnte mich wieder unter Menschen wagen.
Dann verarztete ich die anderen. Tyr hatte noch ein paar Prellungen von seinem Sturz, Ineluki und Sora litten noch an ihren Brandwunden.
Nachdem dies erledigt war, meldete ich mich freiwillig zum Deck schrubben (nachdem Gilda gerufen und eigentlich keiner von uns so rechte Lust hatte).

So schipperten wir wieder flußabwärts in Richtung Kanal. Unterwegs trafen wir ein Patrouillienboot auf dem Weg nach Bögenhafen. Von der Besatzung erfuhren wir, daß Kronprinz Hergard von Tasseninck zu Ostland in den grauen Bergen umgebracht wurde.
Ein Glück, daß wir den Auftrag seinerzeit in Altdorf nicht angenommen hatten! Er sei in einen Hinterhalt geraten und die ganze Gruppe wurde umgebracht, so wurde uns erzählt.
Wir bedankten uns für die Information und fuhren weiter.

Am Abend bereitete uns Gilda wieder ein gutes Abendessen zu. Wir ließen es uns schmecken. So zog der Tag ruhig an uns vorbei, ließ uns entspannen und überließ uns unseren Gedanken.
Beim Abendessen unterhielten wir uns über die nächsten Ziele und Pläne. Nachdem sich mein "Erbe" um die Person des Kastor Aloysius Lieberung als Luftblase herausgestellt hatte, war mir mein weiterer Weg gleich. Ich wollte vor allem Erfahrung als Arzt sammeln und vielleicht später einmal eine Praxis eröffnen.
Ebensogut konnte ich auch diese bunte Truppe begleiten, mit denen ich schon so viel in so kurzer Zeit erlebt hatte. Außerdem war da noch das Vermächtnis meines Meisters, nach dem Bösen Ausschau zu halten und es zu bekämpfen. So stand für mich erst einmal fest, daß ich noch eine Weile mitgehen würde. An Arbeit würde es mir so schnell nicht mangeln!

Tyr und Ineluki wollten auf jeden Fall nach Delbertz, um dort Aisha de la Rojo beziehungsweise Hieronymus Blitzen zu treffen. Tyr wollte sich als Gerichtsstreiter ausbilden lassen und Ineluki wollte ihre magischen Fähigkeiten noch erweitern.
Sora hatte auch noch nicht besonderes vor - aber ihr ging es wie mir, das Leben war aufregend und es sprach nichts dagegen die Gruppe noch ein Stückchen zu begleiten.

Nach dem Essen hing jeder noch seinen Gedanken nach.
Joseph ankerte als es dunkel wurde und wir gingen alsbald in unsere Kojen. Die Ereignisse der letzten Tage hingen uns noch ziemlich in unseren Gliedern.